Die
Kuckucksmechanik wurde in viele Schwarzwälder Uhrentypen
eingebaut, aber die Kuckucksuhr, wie sie heute noch jeder kennt,
geht auf die Bahnhäusleform zurück. Diese spezielle
Form des Uhrkastens orientiert sich gestalterisch an den Bahnwärterhäuschen
der badischen Staatsbahn um 1840. Unbekannt blieb, welcher findige
Schwarzwälder zuerst den Kuckuck in den Giebel setzte und
das nüchtern wirkende Häuschen an der Vorderseite mit
hölzernem Laubwerk oder Jagdsymbolen verzierte. Jedenfalls
war damit eine der erfolgreichsten Uhrenformen der Welt geschaffen
worden und behielt bis zum heutigen Tage ihr unverwechselbares
Gesicht. Beliebt waren auch andere einfache Automaten, in der
Fachsprache Figurenuhren genannt. Für den Ideenreichtum der
Figurenuhrenbauer gab es kaum Grenzen. Schwarzwälder Uhrmacher
fertigten Knödelesseruhren, ließen Liebespaare die
Augen rollen (Augenwenderuhren), Ziegenböcke mit den Köpfen
zusammen stoßen, Artisten turnen oder Schildwachen auf und
ab marschieren. Häufig wurden bewegliche Figuren auch mit
Musikwerken gekoppelt, mit Glasglockenspielen, Flöten oder
Harfen. Große Spieluhren wurden durch besonders qualifizierte
Meister angefertigt und oft nur gegen Vorbestellung geliefert.
Musikkundige Mönche der Schwarzwälder Klöster berieten
im 18. Jahrhundert die Uhrmacher in dieser Kunst. In späteren
Jahren trennte sich dann der Musikwerkbau von der Uhrmacherei
und wurde erfolgreich zu einem eigenständigen Gewerbezweig.
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