30 Jahre Deutsche Uhrenstraße, das ist ein Grund zum Feiern!

Zahlreiche Museen und Attraktionen entlang der Uhrenstraße stellen ihre Veranstaltungen in den Rahmen des Jubiläums Die 1992 als Zusammenschluss der Orte mit Bezug zur Uhrenherstellung im Schwarzwald gegründete „Deutsche Uhrenstraße“ ist heute eine erlebnisreiche Strecke von 267 Kilometern Länge, die durch reizvolle Landschaften des Schwarzwalds mit aussichtsreichen Höhen und bis hinaus in die Baar führt. All dies war Uhrenregion des Schwarzwalds. Gerade in den Gemeinden im höheren Schwarzwald wurden schon früh Uhren hergestellt. Die Klöster St. Märgen oder St. Peter spielten hierbei im 18.Jahrhundert eine Rolle. Orte wie Schramberg, Lenzkirch und bald auch Schwenningen traten mit der Industrialisierung auf den Plan. Dort entstanden seit Mitte des 19. Jahrhunderts große Uhrenfabriken, die von Anfang an im industriellen Maßstab arbeiteten. In den vielen großen und kleinen Museen entlang der Route spiegelt sich, welch große Bedeutung die Uhrenherstellung einst in der Region hatte. Zu nennen sind hier das Uhrenindustriemuseum in Schwenningen, gleich drei Museen in Schramberg, und natürlich das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen. Letzteres gehört zu den ältesten Techniksammmlungen überhaupt und begeht dieses Jahr das 170-jährige Jubiläum. Sehenswerte Museen wie das Klostermuseum St. Märgen oder die Museen in Gütenbach oder Vöhrenbach veranschaulichen, wie auch aus kleinsten Orten heraus Uhren oder Musikautomaten in die ganze Welt geliefert wurden. Von Uhrenträgern und Kuckucksuhren „Uhrenträger“ sind heute neben Kuckucksuhren die Imageträger der Uhrenregion. Der Überlieferung nach waren es zunächst Bauern, die in langen Wintern Uhren bauten und dann auch mit der Rückentrage verkauften. Diesem Bild widerspricht man im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen entschieden, schließlich hatten gerade Bauern auf den großen Hofgütern ihr ortsfestes Auskommen. Die Uhren wurden vielmehr von kleinen Handwerkern gebaut, die als „Häusler“ oft in sogenannten Gewerbshäuschen lebten. Zur Selbstversorgung gehörte meist eine kleine Landwirtschaft dazu. Verkauft wurden die preiswerten Uhren in ganz Europa. Die einzelnen Uhrenhändler waren organisiert und lebten oft jahrelang im Ausland, bevor sie aus Frankreich, England oder Russland wieder in den Schwarzwald zurückkehrten. Auch wenn sie meist anders aussahen, als wir sie uns heute vorstellen, brachten die Weitgereisten etwas Weltläufigkeit in den Schwarzwald. Die Kuckucksuhr wurde seit den 1760er Jahren im Schwarzwald gebaut. Ihre heutige Form eines Häuschens lässt sich gut datieren: Sie entstammt einem Ideenwettbewerb der Furtwanger Uhrmacherschule im Jahr 1852. Dort wurde auch ein Gehäuse in Bahnhäusle-Form vorgeschlagen, das in seiner Modernität – die Eisenbahn war damals Inbegriff des Fortschritts - die Zeitgenossen faszinierte. Bis heute ist die unverkennbare Uhr als Souvenir fest mit dem Schwarzwald verbunden. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts nahm der Verkauf in alle Welt neue Ausmaße an: In Lenzkirch und Furtwangen, vor allem aber in Schwenningen und Schramberg, stellte man nun Millionen von Wanduhren und Weckern für den Weltmarkt her. Im 20. Jahrhundert wurden hier Quarzuhren und Funkuhren zur Marktreife gebracht. Längst dominiert die Uhrenherstellung nicht mehr die Wirtschaft der Region. Doch Zeiterfassungssysteme und sogar Bahnhofsuhren stammen nach wie vor aus Schwenningen. In Schramberg produziert Junghans, einst größte Uhrenfabrik der Welt, ein gepflegtes Sortiment. Auch die Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald warten mit einem eigenen Qualitätssiegel auf. Jubiläums-Veranstaltungen Zahlreiche Museen und Attraktionen entlang der Uhrenstraße stellen ihre Veranstaltungen in den Rahmen des Jubiläums. Hier eine Auswahl: 27. - 29. Mai 2022: Internationales Schmiedetreffen in Schönwald. Im Workshop unter dem Thema “Zeit”, entstehen professionelle Schmiedearbeiten. Schmieden mit Kindern, Schau- und Nachtschmieden, Ausstellungen und vieles mehr erwarten die Besucher. 10.-12. Juni 2022: Antik-Uhrenbörse Eisenbach: Die Börse findet in der Wolfwinkelhalle statt, wo auch die historischen Kuckucksuhren der Firma Beha ausgestellt sind. In dem Industriedorf lebten im 19. Jahrhundert etliche Uhrmacher von ihrem Handwerk. Bemerkenswert auch die großartige Aussicht bis zu den Alpen im frühen Uhrmacher-Weiler Höchst. 25. Juni 2022: Schwarzwald-Trophy Die beliebte Oldtimer-Rallye fährt über 180 km Orte der Deutschen Uhrenstraße ab. Die Strecke bietet mannigfaltige Einblicke in historische Technik und Industriegeschichte – perfekt für die Rundfahrt mit wertvollen historischen Automobilen. 24. - 26. Juni 2022: Internationales Orgelfestival in Waldkirch. Dann versammeln sich die Freunde mechanischer Musikinstrumente aus nah und fern und geben den Besuchern und Besucherinnen musikalische Einblicke in die wundervolle Welt der Dreh- und Jahrmarktorgeln. Die ganze Stadt erklingt, und so können Besucher auf fast jedem Platz außergewöhnliche Orgeln oder Darbietungen bewundern. 26.-28. August 2022: Antik-Uhrenbörse Furtwangen, mit Trödlermarkt und Stadtfest – an diesem Wochenende pulsiert die ganze Stadt. 26. Juli bis 31. August Sommerwerkstatt am Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen ein wöchentliches Ferienprogramm für Schulkinder an. Spaß am Bauen und Malen verbindet sich dabei mit spannenden Einblicken in die Mechanik. Tägliche Führungen zeigen, dass Zeit und Uhren für alle Altersstufen interessant sind. Die Zuversicht ist groß, dass die Veranstaltungen stattfinden können. Vor dem Besuch wird im jedem Fall ein Blick auf die Websites der Veranstalter empfohlen.